Kinder beschulen

Erst in diesen Tagen läuft eine Erklärung des Landesschulbeirats in Hamburg zum Thema Inklusion durch die Medien. Das ist ein zweiseitiges Papier aus dem Dezember 2011, in dem viel richtige und wichtige Sachen drin stehen, siehe Landesschulbeirat Hamburg. Aber dann kommt da ein Satz, der einen irgendwie unangenehmen Sound hat:

Der Landesschulbeirat empfiehlt, die vollständige gemeinsame Beschulung behinderter und nicht behinderter Schülerinnen und Schüler konkret als Ziel der Hamburger Schulpolitik zu benennen.

Man weiss nicht genau, wieso. Aber da stehen Wörter drin, die kein Gras mehr wachsen lassen und keine Ausnahmen dulden: vollständig – gemeinsam – beschulen. Das fühlt sich an wie total fest besohlen. Besohlen kann man nur einen Gegenstand – und Beschulen trägt genau diesen Objektcharakter in sich. Ich beschule jemanden, das imaginiert einen festsitzenden Gegenstand, an dem irgendetwas ausgeführt wird. Beschulen, Besohlen, danach kommt wahrscheinlich gleich Versohlen.

Mit Lernen und den Subjekten, die höchst unterschiedlich sind, und sehr aktiv sein sollen, hat „beschulen“ nichts zu tun. Und also hat dieses Wort in einem Inklusionspapier nichts verloren.

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