Auch Downies wollen Liebe

Am Sonntagabend, leider sehr spät, läuft der wunderbare spanische Film: „Wer will schon normal sein?“ Was auf den ersten Blick wie eine rhetorische Figur zur Relativierung von normal/besonders erscheint, entpuppt sich beim 95 minütigen Hinsehen als eine zärtliche Liebesgeschichte zwischen dem Down-Mann Daniel und der bedürftigen Laura. Behinderte können lieben, und auch sie haben das Bedürfnis nach Sex. Der besondere Held des Films von 2009 hat auch im realen Leben etwas besonderes geschafft: Er ist der erste Europäer mit Down-Syndrom, der einen Hochschuleabschluss errungen hat. Anschauen

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Barrieren im Kopf

Deutschland geht ins Jahr der Inklusion – zu zögerlich tun es vor allem die Schulbehörden. Das kritisiert der Vorstand der „Aktion Mensch“, Martin Georgi

INC.ALLE: 2012 soll das Jahr der Inklusion werden, Herr Georgi. Auch die Aktion Mensch findet das Thema wichtig. Was ist Inklusion?

MARTIN GEORGI: Inklusion drückt eigentlich etwas Selbstverständliches aus: dass Menschen mit Behinderung in allen Bereichen des Lebens von Anfang an dabei sind. Dass sie dazu gehören – egal, ob es sich um Schule, Arbeit oder Freizeit handelt. Mit dem Begriff der Inklusion kann in Deutschland kaum jemand etwas anfangen, während bezeichnenderweise jeder sofort die Worte exklusiv und Exklusion versteht.

Woran liegt das?

Viele Menschen haben im Kopf eine Barriere – und die ist viel wirksamer als die Einschränkung, die Menschen mit Behinderung selbst haben. Viele Bürger begegnen im Alltag kaum Menschen mit Behinderung. Und wenn sie auf diese treffen, sehen sie nur ein vermeintliches Defizit, ein Sorgenkind. Weiterlesen