Spiegelonline auf Inklusionskurs

Das Hamburger Nachrichtenportal widmet eine Wochenendgeschichte dem aktuellen Standd der Inklusion in Deutschland. Der Grundtenor: Da wo Inklusion in deutschen Schulen stattfindet ist eine win-win Situation für alle Schüler. Da freut sich nicht nur der online-Schmöcker…LINK

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Inklusion ist möglich in Brandenburg

Bilder der Trebnitzer Werkstätten zur Inklusion in Schule und Zivilgesellschaft

Wilfried W. Steinert hält heute den Abendvortrag in der Trebnitzer Inklusionswerkstatt. „Inklusion ist möglich – jetzt“. Wer ihn hören will, ist herzlich eingeladen, 19:30 Uhr.

Wir haben den Bildungsexperten eingeladen, weil er folgendes geschafft hat:

„Früher sagte man zu Kindern wie Maria: Du Mongo. Mongoloide, so hieß es, sind behindert, verrückt, nicht ganz dicht. Dass man mit einem Downsyndromkind zusammen hätte lernen können – undenkbar. Damals.

In der Waldhofschule in Templin sagt niemand Mongo. Keines der Kinder, die hier zur Schule gehen, käme auf die Idee, Maria als verrückt zu bezeichnen. Nicht normal zu sein, ist hier ganz normal. Alles ist anders.“

Der Mann, der das geschafft hat, ist Wilfried Steinert. Portrait Wilfried W. Steinert taz

nicht die Kinder wegschicken

Bilder der Konferenz zur Inklusion in Schule und Zivilgesellschaft in Trebnitz

Susanne Rabe von der Fûrstenwalder Burgdorf-Schule hält heute 16 Uhr die Keynote bei den Trebnitzer Inklusionswerkstätten. In Spiegel online sagte sie jüngst:

Susanne Rabe, eine Autismus-Expertin, meint: „Wenn die Kinder schwierig sind, muss man das Konzept ändern und darf nicht die Kinder wegschicken.“ Was sie für grundsätzlich falsch hält, ist Schüler mit sozialen Problemen aus einer Gemeinschaft auszuschließen. „Wenn ich diese Schüler aussondere, dann lernen die den Kontakt zu ihrer Umwelt nie.“

Rabe weiß, wovon sie spricht. Sie ist Leiterin der Burgdorf-Schule in Fürstenwalde, einer Brandenburger Schule der Samariter, von deren 150 Schülern jeder Dritte Autist ist. Die größte Gruppe an der Schule stellen bereits jetzt: die aus der 60 Kilometer entfernten Hauptstadt flüchtenden Schüler mit Autismus.

Quelle SPON

Brandenburger Schule bekommt Inklusions-Preis

Die Regine-Hildebrandt-Gesamtschule bekommt den Jakob-Muth-Preis für Inklusion. Der Beauftrage der Bundesregierung für Menschen mit Behinderungen überreichte den Preis heute (Donnerstag 19. Jan). Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und bringt Wind in die Brandenburger Debatte über die Schulreform Richtung Inklusion, also das selbstverständliche gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Förderbedarf in Regelschulen. In der Hildebrandt-Schule haben von knapp 700 Schülern rund 80 einen Förderbedarf. Ein Drittel der gehandikapten Schüler schafften zuletzt den Sprung in die gymnasiale Oberstufe. Die Schule arbeitet seit Mitte der 90er Jahre inklusiv, sosteht es im Preis-Profil der Schule:

Aus einer zunächst eher demografisch bedingten Fusion der Gesamtschule mit der Körperbehindertenschule vor Ort entstand eine integrativ-kooperative Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, in der es keine Aufteilung mehr in Regel- und Förderklassen gibt. (Portrait der Schule MuthPreis)

Die Inklusions-Werkstatt in Trebnitz gratuliert der Hildebrandt-Schule – und versucht den Preisträger zur Tagung zu holen.

Brandenburgs gute Grundlage

Ulf Preuß-Lausitz, einer der besten Kenner von Integration und Inklusion in Deutschland, hat Brandenburgs Status quo der Inklusion untersucht. Eine beeindruckende Studie – mit einem erfreulichen Ergebnis: Anders als andere Länder hat Brandenburg bereits seit 1991 einen grundsätzlich integrativen Ansatz im
Schulwesen, auf dem sich auch eine Inklusionspolitik gut aufbauen lasse.

Preuß-Lausitz, Professor emeritus der TU Berlin für Integrationspädagogik, weist dennoch auf viele Herausforderungen in Brandenburg hin. Das zeigt sich besonders beim Blick auf die Inklusionsbedingungen in den Landkreisen, die lange nicht auf die Zahl von 14% inkludierter Schüler kommen. Aber wo gibt es das schon: Eine auf Kreise und Städte herunter gebrochene Inklusionsbilanz.

Einige zentrale Erkenntnisse der Studie sollen als Diskussionsanreiz für die Inklusionswerkstatt ab Freitag hier zitiert werden:

1) „Fast drei Viertel aller FörderschülerInnen sind den drei – sich stark überschneidenden – Förderschwerpunkten Lernen, emotionale und soziale Entwicklung und Sprache zugeordnet.“ (S. 19)

2) „In Brandenburg werden jährlich gerade mal 2,8% der FörderschülerInnen in das allgemeine Schulwesen zurückgeführt, dagegen jährlich 13,5% neu in Förderschulen aufgenommen.“ (S. 21)

Die Studie als Ganzes.

„Wir sind alle verschieden verschieden“

Aus der Praxis für die Praxis

Es ist ein weiter Weg bis zu einer inklusiven Gesellschaft, in der die besonderen und die normal besonderen Menschen wirklich zusammen leben. Dieses Buch zeigt Etappen für die Reise

VON SYLVA BRIT JÜRGENSEN

Wer sich dieser Tage mit dem Begriff der Inklusion befasst, landet in einer Spaltung. Die einen haben keine Ahnung, was das eigentlich bedeuten soll. Die anderen wissen es so genau, dass schnell Streit über winzige Details ausbricht. Dieses Buch zeigt den Weg auf den vermeintlich weißen Fleck auf der Landkarte – der in Wahrheit schon ziemlich gut profiliert ist.

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Kassensturz – Klamme Kommunen bremsen Inklusion

Der Geschäftsführer des kommunalen Spitzenverbandes Brandenburgs Karl-Ludwig Böttcher und der Präsident des Städte- und Gemeindebundes Werner Große haben am Mittwoch in Potsdam die Landesregierung angemahnt, den Kommunen des ostdeutschen Flächenlandes bei der Umsetzung der Inklusion finanziell stärker unter die Arme zu greifen. Man rechne mit Gesamtkosten im dreistelligen Millionenbereich. LINK__